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Gesichtsanalyse Medizin

Die Europäische Kommission stellt im Rahmen des Programms Digital Europe insgesamt 9 Millionen Euro für groß angelegte Pilotprojekte zur KI-gestützten Analyse medizinischer Bilddaten bereit. Geplant ist die Förderung von zwei Projekten mit einer maximalen EU-Finanzierung von jeweils 4,5 Millionen Euro. Die Förderquote beträgt 50 Prozent, die vorgesehene Projektlaufzeit 36 Monate.

Die Projekte sollen skalierbare und übertragbare, cloudbasierte KI- und generative KI-Systeme in realen Versorgungseinrichtungen implementieren und umfassend validieren. Im Fokus stehen Anwendungen zur Früherkennung und Diagnose von Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Systeme sollen medizinische Bilddaten etwa aus MRT-, CT-, Röntgen-, PET- oder Ultraschalluntersuchungen analysieren, potenziell relevante Befunde kennzeichnen und die Priorisierung dringender Fälle unterstützen.

Vorausgesetzt werden vertrauenswürdige und sichere europäische KI- beziehungsweise GenAI-Algorithmen, die bereits anhand sehr großer Patientendatensätze entwickelt, trainiert und validiert wurden. Die Lösungen müssen in eine sichere, datenschutzfreundliche Cloud-Umgebung eingebettet und mit bestehenden Krankenhausinfrastrukturen wie elektronischen Patientenakten, PACS und radiologischen Informationssystemen interoperabel sein.

Medizinische Fachkräfte bleiben zentraler Bestandteil des Prozesses: Qualifizierte Ärztinnen und Ärzte müssen die von der KI markierten Befunde systematisch überprüfen und klinisch bewerten. Die Projekte sollen zudem Erkenntnisse zur technischen und klinischen Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Kosteneffizienz der Systeme liefern. Gefordert sind außerdem Konzepte für Datenschutz, Cybersicherheit, regulatorische Zulassung, Risikomanagement und die weitere Verbreitung der Lösungen in Europa. Die Systeme müssen mit den europäischen Vorgaben, einschließlich des EU AI Act, vereinbar sein.

Die beteiligten medizinischen Einrichtungen sollen dem europäischen Netzwerk KI-gestützter fortgeschrittener Screening-Zentren im Rahmen der Apply AI Strategy beitreten. Jedes System muss in mindestens fünf medizinischen Zentren aus unterschiedlichen förderfähigen Ländern integriert werden. Anträge müssen von Konsortien mit mindestens sieben unabhängigen Partnern aus fünf förderfähigen Ländern eingereicht werden; mindestens ein Industriepartner ist verpflichtend. Teilnahmeberechtigt sind Einrichtungen aus EU-Mitgliedstaaten, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz, wobei zusätzliche Sicherheits- und Kontrollbeschränkungen gelten.

Die Ausschreibung ist seit dem 21. April 2026 geöffnet. Die Einreichungsfrist endet am 1. Oktober 2026 um 17:00 Uhr.